Spanien/Portugal 2019

4. August bis 8. September 2019

Erste Etappe München – Marling
Wir dürfen bei Christian über Nacht bleiben und in der Pizzeria Ladurn einen schönen Abend verbringen. Die Reise in Südtirol zu starten ist super, wir waren hier Ostern zur Apfelblüte, jetzt hängen schon die reifen Früchte an den Bäumen.

Marling – Serravalle
Vom freien Stehen auf einem Parkplatz am Hafen von Genua wird abgeraten, der nächste Campingplatz ist voll. Wir parken und übernachten in Serravalle bei einem riesigen Designer Outlet und haben neben einer ruhigen Nacht noch eine schöne Shopping-Runde.

Serravalle – Genua Hafen
Heute wird es spannend. Es geht durch Genua in Richtung Hafen, wir sind immer etwas aufgeregt, vor allem wenn man sich mit Maggy durch die 4-spurigen City-Autobahnen in auf die richtige Abbiegespur bewegen muss. Aber, alles läuft prima, wir sind 3h vor Abfahrt noch vor 10.00 Uhr am Abfahrts-Gate. Wir warten und warten, die Sonne spiegelt sich auf dem heißen Asphalt, es ist anstrengend aber wir sind froh dass wir in der Maggy rumhängen können. 
Höher als breit. Die meisten Passagieren fahren nach Marokko in ihre Heimat entsprechend sind die Autos vollgepackt bis zum Anschlag. Auf den Dächern ist noch einmal die Fahrzeughöhe verdoppelt, bepackt mit Reifen, Rädern, Decken und allen Dingen, die dort rar sind. Beim Einfahren an Deck sitzen die meisten unten auf.

Um 13.30 dürfen wir auch endlich rein, diesmal gleich rückwärts. Unsere Kabine mit Fenster und funktionierender Aircondition ist wesentlich angenehmer als die von letztem Jahr (Durres – Ancona). Wir erkunden das Schiff, viele haben sich schon die Schlafplätze auf den Gängen hergerichtet und dösen vor sich hin. Andere haben sich schon im Restaurant angestellt um ihr Selbstbedienungs-Essen abzuholen. Wir stellen uns auch mal an und nach 30 Min. essen wir endlich – gar nicht so schlecht, Salat, Obst, Pasta und Fisch mit Reis und Spinat. Am Abend das gleiche Spiel, nur dass wir eine Stunde anstehen, das ist echt nervig. Wir würden das Angebot, gleich das Essen vorab mit zu buchen nicht mehr in Anspruch nehmen. Ansonsten ist das Reisen mit der Fähre angenehm, man hat eine Fahrpause und ist am nächsten Morgen frisch geduscht um 9.00 Uhr in Barcelona angekommen. Wir kommen gut raus und sind schnell auf der Autobahn.

Barcelona Hafen – Kloster Montserrat
Auf 721 m höhe liegt der Parkplatz der Zahnradbahn von Montserrat.
Wir dürfen hier gratis parken und übernachten, haben ein Cafe und Toiletten ums Eck und machen uns am Nachmittag mit der Zahnradbahn auf den Weg nach oben. 

Das Kloster ist neben Santiago die Compostella, der zweit beliebteste Pilgerort in Spanien. Die Gebäude sind umgeben von Felsen, die mit ihren runden Kuppeln wie Köpfe mit riesen Nasen oder Monsterkartoffeln aussehen. Wir schlendern den Pilgerpfad entlang, besichtigen den Innenhof des Klosters mit einem aus Draht geflochtenen Kopf namens „Anna“ vom spanischen Bildhauer Jaume Plensa und zünden im Kerzengang eine Kerze in Gedenken an alle an, die uns nah am Herzen liegen.

Es geht eine Station weiter zu einer zweistündigen Bergtour in Richtung Kloster St. Jeroni. Die Sicht ist fantastisch und nach jeder Kurve sind wir aufs Neue begeistert von der Landschaft und den riesigen Felsformationen. Hier ist übrigens auch ein Kletterparadies, es sind viele Routen eingebohrt. Allerdings können wir und bei 30 °C nicht vorstellen zu klettern. Der Klettersteig, den wir uns vorgenommen hatten ist leider geschlossen. Die Wanderung ist aber auch toll und reicht uns fürs Erste bei der Hitze. Am Abend gibt es Pesto-Pasta und Bolo-Sandwiches. Danach Skaten wir eine Runde auf dem riesigen, leeren und glatten Betonparkplatz. Der Zwischenstopp hat sich in jedem Fall gelohnt. 

Montserrat – Soria/Abejar
Wir brauchen etwas Ruhe und Erholung. Auf der Karte sucht man dann immer nach einem Fluss oder See und stellt sich einen tollen Platz direkt am Ufer vor. Unser Ziel ist – Erholung – und ein Campingplatz, wir müssen Grauwasser loswerden, Frischwasser tanken und die Batterien etwas laden. 
Der erste Stopp nach 3.5 h fahrt durchs spanische Hochland bei 35°C war leider ein Reinfall, zwar am See gelegen und Platz war auch frei aber das Einfahrtstor war leider 10 cm zu niedrig. Zumindest konnten wir das Abwasser loswerden und Frischwasser auffüllen. Es ist immer frustrierend wenn man das Ziel erreicht hat aber dann noch weiterfahren muss. 
Wir sehen es positiv, nach 95 weiteren Kilometern in Richtung Burgos finden wir einen viel schöneren Platz „Camping Urbion“ in der Gegend von Soria und bleiben dort gleich 3 Nächte. Hier ist Erholung von der Hitze angesagt und wir fühlen uns zwischen lauter Spaniern richtig wohl. Ausser uns kein Tourist aus einem anderen Land. Wie immer werden wir neugierig beobachtet aber bald sind wir ein Mitglied in der „Kommune“ der Naturliebhaber, Camper, Sportler und Freiheitsliebhaber. Wir schwimmen im Pool, paddeln mit dem Tretboot, arbeiten mit wirklich schlechtem Netz, spielen Katen, Nähen, üben Ukulele und hängen einfach mal rum. Ziel erreicht – wir haben Kraft geschöpft und sind entspannt.

Burgos und Leon
Wieder eine Station auf unserem Jakobsweg „on the road“. Die wahren Pilger werden sich bestimmt auf den Schlips getreten fühlen wenn man behauptet dass man den Jakobsweg auch fahren kann. Wir wählen die Route ganz bewusst weil auf der Strecke sehr schöne Städte liegen, die man oft neben den Metropolen wie Barcelona, Sevillia, Bilbao und Madrid gar nicht auf dem Schirm hat. Die Tour zum angebliche Grab des Apolstels Jakobus in Santiago de Compostella in Galicien führt die Pilger durch die Städte Burgos und Leon. Die verwinkelten Gassen,  beeindruckenden Kathedralen und historischen Gebäude sind leicht nahegelegenen Wohnmobil-Stellplatz zu erreichen. 

In Burgos sitzt man gemütlich auf dem Campo Mayor und beobachtet bei einem Glas Wein das getümmel. Gleich um die Ecke die drittgrößte Kathedrale Spaniens (Baubeginn im Jahr 1221). Das Meisterwerk der Gotik beherbergt das Grab von El Cid, dem größten Nationalhelden Spaniens. Wir sind beeindruckt – eine architektionische Meisterleistung und spätestens hier weiss man dann was ein gotisches Gebäude auszeichnet.

In Leon parken wir gleich hinter dem Hostal de San Marcos, eines der ältesten Pilgerherbergen, die 1168 gegründet wurde. Ein beeindruckender Komplex. Im Vergleich zu Burgos ist Leon aus einer alten Römersiedlung entstanden. Entsprechend haben wir hier einen romanischen Architektureinfluss. Die Buntglasfenster der gotischen Kathedrale sollen die schönsten in ganz Spanien sein.

Asturien
Wir schneiden Asturien an und steuern Camping Playa Penarronda an. Sehr schöner Platz, leider voll, es geht weiter nach Galizien. Zuvor haben wir schon überlegt mitten in den Bergen zu stoppen. Der Stausee von Barrios de Luna und die sagenhafte Berglandschaft durch die die Straße führt lädt dazu ein hier noch eine Nacht zu bleiben. Genügend freie Stellplätze in einer sagenhaften Berglandschaft – hätten wir mal machen sollen. 

Ferrol/Pedreira/Illa Branca
Es geht weiter an der Küste entlang, das Navi warnt uns mal wieder: „Ihr Tageslimit ist erreicht“ heißt, mehr als fünf Stunden unterwegs. Mike fährt weiter, parallel suche ich einen schönen Campingplatz. Wir müssen Ladung ablassen und auffüllen, die nächsten Tage versprechen nicht so tolles Wetter, besser wenn wir am Strom hängen und uns nicht auf die Solarplatten verlassen müssen. Eine ausgiebige Körperpflege würde ausserdem auch mal wieder gut tun. Schließlich landen wir nach langer Fahrt kurz vor Ferrol an einer tollen Bucht. Camping As Cabazas verspricht alles was wir brauchen, eine tolle Bucht, Wellen vor der Tür, Meerblick vom Schlafplatz aus, eine Bar, Duschen, … hier bleiben wir erstmal.
Ach ja, die Ankunft war mal wieder recht spektakulär, hier hat man so eine Maggy noch nie gesehen, die Spanier kamen in Scharen um unsere Ankunft, das Parken und Ankommen zu beobachten. Wir haben schon die eine oder andere Besichtigungstour gemacht und versucht mit dem bisschen Spanisch alle Fragen zu beantworten. Es ist völlig egal wenn man sagt dass man nicht spanisch spricht, es wird einfach weiter gefragt und dann eben mit Händen und Füßen und den Vokabeln die man so rauskramt kommuniziert – schön!

Galizien
Hier ist die Wetterküche Europas. Das bekommen wir zu spüren, nicht umsonst ist das Land so grün und mit vielen Flüssen und Seen durchzogen. Nach einem ersten wunderschönen Surf-Strandtag mit netten Familienwellen erwarten uns am nächsten Tag Nieselregen und 5 ft Wellen. Nach dem Frühstück schälen wir uns in die feuchten Neos und stürzen in die Fluten. Na ja, nach einer Stunde lassen wir es,  genießen eine heiße Dusche und relaxen den ganzen Tag. Am Abend kommt die Sonne raus und wir sind von den Gerüchen und der Stimmung beeindruckt.

Santiago de Compostella
Weg vom Beach und ab in die City. Unsere letzte Pilgeretappe. Auf der ganzen bisherigen Strecke haben wir keine Pilger gesehen, das wird sich bald ändern. Je näher wir Santiago kommen umso mehr wandernde Menschen mit Kürbis und Muschelbehängten Stöcken, Wanderschuhen und verbundenen Gliedmaßen begegnen uns. Teils schauen sie glücklich drein, teils sehr müde und erschöpft. Neben den Straßen sind große Tafeln und Gestelle auf denen Schuhe, Tücher und Shirts drapiert sind, die man hier als Trophäe aufhängt wenn man die Stadt erreicht. Einzelne Pilger und Grüppchen, Paare und Familien, alle Nationen, unter den Pilgern lässt sich kein bestimmtes Raster erkennen.

Wir parken an der Uni, schländern durch den schönen Park und sind kurze Zeis später mitten drin. Einen riesigen Platz umschließt die Kathedrale, ein Hotel und das Museum. Hunderte Menschen tummeln sich hier, liegen in Gruppen auf dem Boden, genießen die Stimmung des „Angekommenen“. Es ist ein besonderer Ort, das lässt sich nicht abstreiten. Die Stadt erdrückt uns mit ihren ummauerten Innenhöfen. Nach unseren tollen Tagen in der Natur sind wir von den vielen Menschen und den Touristenmassen wir erschlagen. Es ist der Pilgerwahnsinn, überall Souveniers, Cafes und Restaurants voll mit Menschen. Nach einem Mittagssnack besichtigen wir noch die Kathedrale (leider im Umbau und komplett mit Planen verhängt) und bummeln durch die Stadt.

Die Reise geht weiter nach Portonovo zum Tauchen. Wir erreichen den überfüllten Ferienort und müssen auf den Campingplatz, das Team dort ist völlig aus dem Häuschen und fotografiert Maggy von allen Seiten, so etwas hätte man hier noch nie gesehen. Leider haben wir im Tauchcenter keinen Erfolg, tauchen erst mit Kindern ab 16 Jahre. Wir sind enttäuscht, haben Hunger und der Lärm und die vielen Party-People zur Fiesta nerven. Sicher ist dieser Ort mit den vorgelagerten Inseln einen Ausflug zum Tauchen oder mit einem Charter-Boot wert, wir haben einfach den falschen Zeitpunkt erwischt. Aber es gibt immer einen Lichtblick. Mike hat ein schönes Restaurant im Hinterland entdeckt. Nach einem kleinen Fußmarsch sitzen wir beim Essen und es ist ein Traum.
Taberna Maruca, Lugar da Barrosa, 43, 36979 Sanjenjo, Pontevedra, Spanien

Die galizische Küche
Angeblich die Arme-Leute-Küche, weit entfernt von der Fülle der südspanischen oder andalusischen sowie katalanischen Küche. Aber das Gegenteil ist der Fall, die ausgezeichnete Qualität und Vielfalt der lokalen Produkte macht das Essen hier aus. Das Land ist so reich an Wein, Fisch und Fleisch sowie regionalem Obst- und Gemüse dass wir immer wieder aufs Neue überrascht werden und schlemmen. Mehr auch unter diesem Link: Küche Galiziens

Maceira / Region Covelo
Dank unserem Wild Swimming Guide sind wir am Praia Maceira gelandet. Dort hieß es: „Es rühmt sich auch eines hübschen Fussstrandes mit einem kleinen Wasserfall, zwei laten Steinbrücken und einer Insel in der mitte einer Flussgabelung. Auf moosbewachsenen Felsen rechts am Wasserfall gelangt man zu einem weiteren Strudelbecken mit einem noch größeren Wasserfall.“ Der Tipp für die Unterkunft:
Camping Marceira: wir haben reserviert, wobei man am Parkplatz sicher auch frei campen kann. Wir wollen zum Wäschewaschen und wegen des Restaurants für 3 Nächte auf den Platz. Gerade so in eine Lücke gequetscht und Gott sei Dank vorher reserviert sind wir herzlich aufgenommen worden. Wir erkunden den Wasserfall und das Becken, absolut klares Wasser, eine tolle Anlage, die früher als Staumauer für den Betrieb von Mühlen angelegt war. Wir springen in das tiefe Becken, es ist wirklich kalt aber einfach zu schön um nicht reinzuköpfern.

Am nächsten Tag ging es 3h lang mit dem E-Bike rund um den Berg. Wir haben eine selbst gezeichnete Karte mitbekommen auf der Mühlen, ein Kloster und Dörfer eingezeichnet waren. Immer wieder Brücken über Flüsse und eine wirklich bezaubernde Landschaft durch Eukalyptuswälter und Dschungelartige Täler. Autos sind uns kaum begegnet, allerdings mein Akku 8 km vorm Ziel ausgegangen, da fing das sportliche Fahren an. Am nächsten Tag geht es ab in die Neos, mit Taucherbrillen, Wasserschuhen, der go pro und einem Seil ausgestattet erkunden wir die Becken Flussaufwärts. Die Schwimm- und Klettertour dauert den Fluss nach oben nicht lang. Wir wagen die Tour Fluss abwärts, mit dem Wissen dass es oberhalb einen Wanderweg gibt, der ca. 20 Min. dauert und bei einem großen Becken endet. Wir schwimmen durch tiefe Becken, robben das Bett entlang und springen über Steine. Schnell lernen wir welcher „Belag“ rutschig ist und dass das Moos auf den Steinen einen super Halt gibt.

Nach einer Stunde kommen langsam Zweifel auf ob das verprochene Becken noch kommt. Das ca. 15 °C kalte Wasser zehrt an unseren Kräften und wir klettern die ganze Zeit. Die Taucherbrillen helfen uns sehr, den Untergrund zu erkennen, viele Stellen können wir schwimmend zurücklegen. Wir geben uns noch 20 Min. und einige Kurven um dann zu entscheiden ob wir wieder umkehren, es wird langsam spät und immer mehr Zweifel kommen auf. Als wir auf einem sonnigen Felsen Pause machen beschließt Mike noch um die letzte Kurve zu schauen. Er ist überzeugt, das rettende Becken und der markierte Wanderweg zurück zum Ausgangsort müssen kommen. Und er hat recht, Gott sei Dank, er erblickt ein Pärchen, das nackt am riesigen Becken sonnt und lässt erstmal einen Glücksschrei mit erhobenen Armen los, die beiden schauen ihn entgeistert an. So oft kommt hier keiner mit Neo und Taucherbrille vorbei. Mission geglückt, es war der absolute Hit, vor allem weil wir auf dem Rückweg noch 2 Steinpilze mitnehmen.

Am Abend gönnen wir uns im Restaurant das legendäre Riesen-Cordonbleu, eigentlich für zwei Personen aber für uns vier kaum zu schaffen.

Portugal/Porto
Die zweitgrößte Stadt Portugals mit dem Namen „Hafen“ war einst das größte Handelszentrum und hat einige Abenteurer beherbergt. Wir finden etwas außerhalb an der Mündung des Flusses XYZ zum Meer einen Platz. Mit dem Bus geht es in einer halben Stunde durch enge Gassen und über die bekannte Brücke XYZ mitten in die Altstadt. Brückenspringer begeistern die Touristenmassen, bunt tummeln sich die Menschen an der Promenade entlang, Speedboote, Ausfluggsschiffe, Souvenierläden, Stadtrundfahrten, Portwein-Verkostung und vieles Mehr wird hier angeboten. Straßenmusiker aus aller Welt unterhalten die Besucher, Akrobaten und Künstler belustigen die Menschen. 

Es ist richtig heiß, es geht bergauf und bergab und unsere Oberschenkel brennen noch etwas von der Tour am Vortag. Die Stadt ist bunt, filigrane alte Bauten, Jugenstil und natürlich zahlreiche Häuser mit Azalueas, den tiypisch portugisischen Fliesen verkleidet. Wunderschöne Kirchen, Klöster und enge Gassen in denen wir immer wieder Schatten suchen. Vor der berühmten Bibliothek Livraria Lello stehen so viele Menschen dass wir den Versuch einer Besichtigung gleich abschlagen und uns statt dessen ein sehr stlyisches Eis der Eisgötter von Amorino mit Macrones gönnen. Sehr schade, die zweitälteste Bücherei Portugals muss wirklich einen Blick wert sein. Man soll unbedingt vorher ein Online-Ticket reservieren, der Versuch ist leider gescheitert weil die Seite überlastet war. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt lässt sich das sicher besser planen. Wir bummeln, gehen noch schön Abendessen und genießen die Großstadt. Trotzdem sind wir immer ein bisschen überfordert wieder unter so vielen Menschen zu sein und sehnen uns schon nach dem nächsten Strand zum Surfen oder irgendwo im Fluss rumdümpeln.

Vagos (Gafanha da Boa Hora/Parque Aquático Vaga Splash) 
Wenn Magicseaweed, Google Maps und park4night perfekt zusammenpassen dann kommt man zu unserem Lieblings-Surfspot in diesem Urlaub. Er liegt auf einer Landzunge zwischen Lagune und Meer. Ein Stellplatz auf dem wir für 7,50 Euro stehen können. Wir werden von einem riesen gelben amerikanischen Schulbus www.wearecoolbus.it neugierig empfangen und tauschen uns erstmal aus. Nach einer gegenseitige Besichtigungstour geht es bei den sieben Italienern aus Verona weiter in Richtung Peniche, es fühlt sich an als würden wir uns schon länger kennen, die ungewöhnlichen Reisemobile und deren Geschichten verbinden einen doch immer wieder.

Wir kommen erstmal an, packen aus und schauen über die Düne ans Meer. Perfekt, eine Bar, eine schöne Longboard-Welle mit vielleicht fünf Surfern im Wasser und ein fast leerer Strand. Die Stimmung an der Bar ist ausgelassen, chilliger Sound hallt über die schattigen Plätze und coole Leute lächeln uns entgegen. Die Welle ist perfekt, die Mole schützt vor Wind. Die Sandbank formt eine perfekte Rechte und sehr annehmbaren linke Welle, die mit 3-5 Fuß genau unseren Vorstellungen entspricht. Bei Low to Mid-Tide bricht sie sanft und hat so viel Kraft dass man in die etwas steilere zweite Sektion fast bis auf den Strand surfen kann. Es ist jetzt schon klar dass wir länger bleiben. Schnell stellt sich der Alltag ein.

Ausschlafen, frühstücken, surfen, nähen, zeichnen, lesen, am Strand liegen, arbeiten, surfen, essen, schlafen. An der Küste entlang führt ein langer Steg in 20 Min. in die nächste Stadt. Wir laufen durch Nebelschwaden und sehen keine 10 m weit bis wir die Fischrestaurants erreichen, Vinho Verde trinken, Fischeintopf und frittierte Meeresfrüchte essen. Nach einer ordentlichen Portion Churros als Wegzehrung marschieren wir wieder zurück zur Basis. Es könnte ewig so weitergehen.

Peniche/Baleal
Wir wollten hier eigentlich einen alten Freund sehen, hat leider nicht geklappt. Dafür treffen wir unsere Coolbus-Italiener noch einmal und verbringen eine chillige BBQ-Nacht im Wald. Mit dabei ist das Team von Eurosports und ein paar Locals aus Peniche. Eine große Leinwand, ein riesen Grill und jede Menge Essen.  Baleal, vor 20 Jahren das absolute Ziel für Surfer und jetzt erst recht, hier hat die Surfindustrie voll zugeschlagen, die Straßen sind gesäumt mit Surfschulen. Guided-Tours, Surfshops, Surf-Verleih, Kneipen und Bars, hier dreht sich alles nur ums Surfen. Die Strände sind voll und die Surfspots wie in Weimea-Bay, man kann trocken übers Wasser laufen. Wir genießen den Trubel an einer Strandbar und verziehen uns wieder in den Wald. To much für uns, zu einer anderen Zeit sicher ein Traum, die Strände sind toll und in der Gegend hat man jedem Menge Surfspots zur Wahl. Wenn ich Teenager oder Student wäre und surfen lernen will, Party machen und Leute kennen lernen, wäre ich hier sicher richtig gut aufgehoben. Wir sehen uns eher zurück zu unserem Lieblings-Spot. Immer ein kleines Problem wenn man den perfekten Platz bereits hatte. meerdavon auch hier!

Peniche
Am nächsten Tag fahren wir früh los, es geht zum Tauchen nach Peniche. Am Hafen geht es zur Tauch-Base aquasuboeste. Dort werden wir herzlich empfangen, bekommen die dicken Neos mit Haube und Schuhe, Flossen, etc. Kurz danach geht es aufs Boot und wir fahren zur vorgelagerten Insel Berlengas, einem wunderschönen Naturreservat zum Tauchen. Wir haben eine turbulente Überfaht bei hohem Wellengang, Insgesamt sind wir 11 Leute, 3 Guides, 4 Schüler und wir vier zum Fun-Dive. Es ist bewölkt und der Wind bläst um die Ohren. Wir sind aufgeregt, der letzte Tauchgang ist ein Jahr her. Plötzlich tauchen Flossen auf und eine Delphinschule springt neben dem Boot her. Sie begleiten uns ein Stück. Als die Insel in Sicht kommt freuen wir uns schon riesig. Wenig später sind wir im Wasser und es fühlt sich wieder super an so schwerelos in die Unterwasserwelt einzutauchen. Fischschwärme, ein Cock-Fish, Tintenfische zum Streicheln, Kraken, Muränen und vieles Mehr. Wir sind begeistert. 

Mittagessen auf der Insel Berlengas. Die einzige Insel des Archipels, die besichtigt werden kann, ein beliebtes Ziel für Ausflügler, zum wandern und schnorcheln, Sub-Paddeln und Kajak-Fahren, entlang der roten Felsen und durch Höhlen und Schluchten. Am Nachmittag noch ein zweiter Tauchgang und zum Abschluss die Fahrt durch einen Tunnel. Perfekt. Unser Tauchcoach Jorge erzählt uns dass die roten Felsen (Pink Granit) untypisch für die Gegend sind, sie gehören eigentlich zur pazifischen Platte, die gleichen Formationen finden wir 6.000 km weiter entfernt wieder in Amerika. Das Archipel besteht aus roten Granit-Inseln sowie andere aus weißem Granit. Auf jeden Fall muss man hier mal wieder hin um im Zelt oder im Hotel zu übernachten, wenn alle Touristen weg sind ist es sicher ein Traum dort am Abend bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang zu genießen. 

Supertipp: Im Fort of Sao Joao Baptista (1502 erbaut) kann man ebenfalls eine Nacht verbringen. König Manuel von Portugal ließ das Fort zur Verteidigung gegen Piraten und Belagerer aus Algerien, Marokko, England und Frankreich erbauen. Heute ist es ein Museum und Hotel, eine superschöne, aussergewöhnliche Location um ein bis zwei Nächte zu verbringen, Reservierung unter: berlengareservasforte@gmail.com
Weitere Tipps auch unter: Lissabon und Meer

Ericeira – Mafra
Wir steuern einen Campingplatz an, müssen entladen und auffüllen. Schöne Hütten, netter Campground aber leider nicht schön für Camper. Die „Save the Waves“ Koalition hat Ericeira als das erste World Surfing Reserve in Europa ausgezeichnet und es bleibt eines von nur fünf anderen WSRs der Welt. Diese Auszeichung erkennt ökologische, kulturelle, bürgerliche und wirtschaftliche Werte von Ericeira, in Bezug auf den Sport und darüber hinaus an.

Hier sind die Flagship-Stores von Quicksilver und Billabong ansässig, ein Surfbus bringt einen zu den verschiedenen Spots. Zahreiche Reef-Breaks und ein paar Beachbreaks für Anfänger. Leider kein Frei-Campen, alle Strandstraßen sind gesperrt und es ist streng verboten frei zu parken. Nicht gut für die große Maggy aber auf alle Fälle eine Surf-Reise wert. Hier gibt es schöne Surf-Hotels (z.B. das sehr verspielte und direkt am Spot gelegene Villa Ana margarida) hier ist man mit Flug nach Lissabon auch für einen kurzen Surf-Trip sicher richtig aufgehoben. Wir ziehen am nächsten Tag weiter, der starke Wind und ordentlich Dünung ziehen uns nicht gerade zum Surfen ins Wasser.